Gemeinsam für gute Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum

Ministerpräsidentin Malu Dreyer besucht das Projekt HandinHand

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat sich bei der offiziellen Auftaktveranstaltung selbst ein Bild vom Projekt HandinHand gemacht. Foto: red

23.10.2020

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Mitte März ist das Projekt HandinHand im Landkreis Ahrweiler gestartet, mittlerweile versorgen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflegeexperten-Centers der Marienhaus Unternehmensgruppe mehr als 200 ältere Menschen. Bei der offiziellen Auftaktveranstaltung am 23. Oktober in der Landskroner Festhalle in Heimersheim unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Bedeutung von neuen, präventiven Angeboten. 

 

"Das Besondere an diesem Projekt ist, dass sich ein Krankenhaus-Unternehmen, die Ärzteschaft und die Kostenträgerseite gemeinsam engagieren, um die niedergelassenen Ärzte zu entlasten und unnötige Krankenhaus-Einweisungen zu vermeiden. Es geht darum, dass ältere und chronisch kranke Menschen in ihrem vertrauten Umfeld gut versorgt werden", so die Ministerpräsidentin. Die Landesregierung habe die Sicherung der ländlichen Versorgung schon lange im Blick und vieles auf den Weg gebracht. Ein sehr erfolgreicher und bekannter Ansatz sei beispielsweise das Konzept der Gemeindeschwester plus, bei dem erfahrene Pflegekräfte alleinlebende Hochbetagte zuhause unterstützen. "Mit unterschiedlichen Modellen nutzen wir auch die Chancen der Digitalisierung und bringen die Telemedizin voran. Letztendlich brauchen wir eine Vielfalt von Ansätzen und das gemeinsame Engagement vieler Akteure. Dazu ist das Projekt HandinHand ein weiterer, wichtiger Baustein." Es sei ihr ein Herzensanliegen, dass die Schwächeren gerade in diesen schweren Zeiten der Pandemie erleben, dass jemand für sie da ist und sich um sie kümmert. Sie freue sich sehr, dass das Projekt bereits gut angenommen werde und wünschte allen Beteiligten viel Erfolg, auch bei den Ergebnissen der wissenschaftlichen Begleitung. 

 

Worum geht es bei HandinHand? Die Zahl der älteren Menschen, die chronisch krank sind und deshalb von ihrem Hausarzt engmaschig betreut werden müssen, wächst stetig. Weil aber zugleich auch die Zahl der Hausärzte sinkt, haben diese gerade für zeitaufwendige Hausbesuche auch immer weniger Zeit. Hier setzt das gemeinsam von Marienhaus und AOK Rheinland-Pfalz/Saarland initiierte Projekt an: Erfahrene Pflegekräfte besuchen die älteren Menschen in ihrem häuslichen Umfeld und unterstützen und entlasten so die Hausärzte.

 

Das Projekt ist im März 2020 im Landkreis Ahrweiler gestartet, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflegeexperten-Centers der Marienhaus Unternehmensgruppe versorgen mittlerweile mehr als 200 ältere Menschen. Sie beraten und leiten die Patienten an. Das kann beispielsweise bedeuten, dass sie bei ihren Besuchen die älteren Menschen daran erinnern, regelmäßig ihre Medikamente einzunehmen oder ausreichend zu trinken. Und sie achten immer darauf, ob es Anzeichen dafür gibt, dass sich der Gesundheitszustand des Patienten verschlechtert. In einem solchen Fall werden sich die Pflegeexperten direkt mit dem behandelnden Hausarzt in Verbindung setzen. In einem kurzen Video berichten die Pflegeexperten über Ihre Arbeit und den Alltag.

 

"Mit unserem klinischen Know how und unserer langjährigen Erfahrung können wir bei unseren Hausbesuchen die Situation der älteren Menschen stabilisieren. Damit geben wir ihnen und ihren Angehörigen Sicherheit und unterstützen die Hausärzte bei ihrer Arbeit“, sagt Silke Doppelfeld, die Leiterin des Pflegeexperten-Centers.

 

Das Projekt HandinHand wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses über drei Jahre mit insgesamt rund acht Millionen Euro gefördert. Ziel ist es herauszufinden, ob durch den Einsatz der Pflegeexperten die chronisch kranken älteren Patienten weiterhin gut versorgt und gleichzeitig die Hausärzte entlastet werden. Sollte das das Ergebnis sein, könnte es Pflegeexperten bald in ganz Deutschland geben. – Deshalb wird das Projekt auch engmaschig wissenschaftlich begleitet. Das tun das RWI-Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung in Essen, die Universität zu Lübeck und die Universität Köln. Unterstützt wird es in ganz besonderer Weise durch die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland.

 

"Für die AOK ist HandinHand ein Erfolg, weil alle Beteiligten an einem Strang ziehen und neue Lösungswege in der Versorgung ausprobieren. Für die Menschen in der Region wird durch ein innovatives Betreuungskonzept ein passgenauer Zugang zu Gesundheitsleistungen qualitätsgesichert erlebbar", freut sich Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse. 

 

Wichtigster Partner vor Ort ist das Ärztenetz Kreis Ahrweiler e.V. 20 seiner Mitglieder nehmen bereits an dem Projekt teil und das Feedback der zuweisenden Ärztinnen und Ärzte, der Patienten und deren Angehörigen sowie der Seniorenheime, in denen einige Patienten leben, ist durchweg positiv.

 

Diese Webseite verwendet Cookies.

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren. Diese Cookies helfen uns dabei, Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten und unsere Webseite ständig zu verbessern. Mit dem Klick auf den Button “Akzeptieren” erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Für weitere Informationen über die Nutzung von Cookies oder für die Änderung Ihrer Einstellungen klicken Sie bitte auf “Details”.

Sie geben Ihre Einwilligung, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Datenschutz.

Informationen zum Betreiber der Seite finden Sie in unserem Impressum.